Die Initiative „Wir packen’s an“ sagt dem Verpackungsmüll den Kampf an.


Von Peter U. Bussmann


Wir packen’s an!“ verkünden die Flyer, die auf den Aktionstag der neu gegründeten Inititative am Freitag, 13. April, von 13 bis 19 Uhr auf dem Reutlinger Marktplatz hinweisen.

Initiiert haben die Aktion Gabriele Janz und Karin Zäh, als Macherinnen von „Kunst und Feinkost“ auch die Mütter des „neig’schmeckt“-Marktes. Ganz im Sinne der Gustav Werner’schen Maxime „Was nicht zur Tat wird, hat keinen Wert“ fiel den beiden Frauen der zunehmende Verpackungsmüll in der Stadt auf, „Pappbecher und überquellende Mülleimer, das geht gar nicht“, schilderte Karin Zäh die Vorgeschichte. „Wir trugen das dann ein Jahr im Herzen und sahen, keiner macht was – dann müssen wir selber was machen“.

Der Ansicht sind noch mehr Bürger und Inititativen in der Stadt. Selbzehnt wollen sie nun hier aktiv werden, wollen vorgehen gegen „die einfach unglaubliche Gedankenlosigkeit, das ist ja nicht bösartig“, glaubt Zäh. Die non-profit Initiative wird gesponsert von der Kreissparkasse.

Mit im Boot sind als ausgewiesene Experten die Technischen Betriebsdienste der Stadt (TBR). Bei der Vorstellung der Aktion unterstrich Abfallberater Jan-Uli Kilian: „Das ist unser ureigenstes Thema, in Sachen Müll sind wir täglich unterwegs.“ Zum Beispiel in acht Tagen bei der Stadtputzete mit 300 Helfern. Zudem geht man das Thema Abfall auch präventiv an, setzt auf Aufklärung in Schulen und Kindergärten. Hier werden frühzeitig Wege zur Abfallvermeidung und Alternativen zu den nur kurzfristig im Umlauf befindlichen Verpackungen, die die Umwelt belasten. aufgezeigt.

Am Aktionstag werden sich um eine große Pagode mitten auf dem Marktplatz kleinere und größere Pavillon der beteiligten Gruppen und Firmen gruppieren. Es wird jede Menge Infos geben, spielerische Aktionen beispielsweise mit dem Umweltbildungszentrum Listhof, Gewinnspiele und Gespräche. „Wir wollen Ideen geben, wie man’s anders machen, wie man anders einkaufen kann“, sagt Karin Zäh. So wird die Greepeace-Gruppe Münsingen Fundstücke aus ihren örtlichen Bachputzeten zeigen, um deutlich zu machen, dass die Verschmutzung der Weltmeere vor der eigenen Haustür beginnt, sagte Peter Schultze von Greenpeace.

Professionell geht die Firma „Better2gether“ das Thema an. Vor zehn Jahren gegründet, hat der Online-Händler heute den Fokus auf fair gehandelter und ökologisch produzierter Kleidung und Produkten und ist Teil eines Netzwerks Gleichgesinnter, erläuterte Henrik Junger.

Seit 26 Jahren setzt der BUND im Kreis auf den Warenkreislauf und veranstaltet mit den TBR den Warentauschtag unter dem Motto „Verschenken statt wegwerfen“, berichtete Ira Wallet. Edith Willmann erinnerte an erste Kampagnen in den 80ern, als der Arbeitskreis Müll Broschüren zum verpackungsarmen Einkaufen herausbrachte. „Mehr Hirn – weniger Müll“ war damals die Kampagne gegen die Müllverbrennungsanlagen vor Ort überschrieben. Heute wird der heimische Abfall in Stuttgart-Wangen verbrannt. BUND-Mitglied Margit Geyer wird am Stand Alternativen zu Waschmitteln zeigen und mehr präsentieren. Ihr Motto: „Statt to go lieber hinsetzen!“

Ulrike Droll wird die Arbeit des Reparaturcafés im Ringelbach vorstellen. Die Einrichtung sucht aktuell ehrenamtliche Spezialisten für IT-Geräte und Drucker.

Verpackung vermeiden ist die Geschäftsidee von „Fridi unverpackt“ an der Marienkirche, das Lina Fritz gegründet hat und betreibt und das am Aktionstag einige Schmankerl präsentiert. Fridi-Kunde ist auch Kamino-Mitbegründerin Karin Zäh. Sie hat in dem Programmkino die Schanklizenz und achtet bei der Bewirtung sehr auf Nachhaltigkeit.

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